Wie sieht die Untersuchung aus?
Zur Durchführung der Untersuchung bekommen die Patienten das entsprechende Radiopharmakon in der Regel in eine Vene injiziert. Manchmal wird stattdessen eine Kapsel oder Flüssigkeit verabreicht. Wenn die notwendige Wartezeit verstrichen ist, werden sie vor unseren Mess- und Aufnahmegeräten gelagert bzw. positioniert.
Unsere Messgeräte, die "Gammakameras", zeichnen die aus dem untersuchten Organ kommende Strahlung auf und wandeln sie in ein für den Arzt verwertbares Bild, das sogenannte Szintigramm, um. Die Aufzeichnung erfolgt für Sie also völlig schmerzfrei.
Die Aufzeichnungsdauer ist sehr unterschiedlich und abhängig von dem untersuchten Organ. Sie kann 5 Minuten, aber auch bis zu einer Stunde betragen.
Warum lässt sich die Wartezeit nicht vermeiden?
Damit sich genügend von der Strahlensubstanz in dem betreffenden Organ anreichern kann, um ein Bild anfertigen zu können, entsteht eine Wartezeit. So kann bereits nach 5-15 Min. ein Schilddrüsenbild aufgezeichnet werden, während ein Knochenszintigramm erst nach 2-3 Stunden erstellt werden kann. Bei speziellen Untersuchungen (z.B. Galliumszintigraphie) können Spätaufnahmen bis zu 48 Stunden nach Injektion der Substanz erforderlich sein.
Gefahren und Schädigungen
Von einer Venenpunktion abgesehen haben sie keine Schmerzbelästigung zu erwarten.
Die Menge des verwendeten Radiopharmakons liegt zumeist im Bereich von einigen millionstel Gramm, so dass es in der Nuklearmedizin praktisch keine allergischen Überempfindlichkeitsreaktionen gibt. Das Radiopharmakon und damit der Strahlung wird im Regelfall sehr schnell über die Nieren bzw. den Verdauungstrakt aus dem Körper ausgeschieden. Dadurch ist die Strahlenexposition bei nuklearmedizinischen Untersuchungen generell gering und liegt zumeist im Bereich der natürlichen Strahlenbelastung, die etwa 3 mSv beträgt. Die Spanne reicht dabei von 0,5 mSv bei einer Schilddrüsenszintigraphie bis etwa 7 mSv bei einer Herzmuskelszintigraphie. Die Strahlenexposition einer nuklearmedizinischen Untersuchung ist meistens gering. Diese Untersuchungstechnik ist daher auch für Kinder geeignet.
Ausnahmen
Bei Frauen im gebärfähigen Alter sollte vor einer nuklearmedizinischen Untersuchung immer feststehen, dass keine Schwangerschaft besteht. Besonders in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten führen wir - von lebenswichtigen Ausnahmen abgesehen - keine Untersuchung mit radioaktiven Substanzen durch.
Wir müssen uns im Interesse des werdenden Kindes auf Ihre Angaben - schwanger oder nicht - verlassen können.
Zu Ihrer Beruhigung sollten Sie aber wissen, dass auch im Falle einer nachträglich festgestellten Schwangerschaft keine Schädigung des Kindes durch die diagnostische Anwendung radioaktiver Substanzen zu erwarten ist.